Mittwoch, 5. April 2017

Ehrentafel „bayerisches Kulturerbe“ für Landshuter Hochzeit überreicht / Landshuter Plattnerkunst und vollständiger Breitensteiner-Harnisch präsentiert

Landshut, 5. April 2017 - Hoher Besuch im Rudi-Wohlgemuth-Saal des Landshuter Zeughauses: Vor ziemlich genau einem Jahr wurde die Landshuter Hochzeit 1475 offiziell in das Landesverzeichnis des bayerischen Kulturerbes aufgenommen und gehörte damit zu den ersten Eintragungen in diese Liste.

Heute überreichte Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle die zugehörige Ehrentafel. Die Aufnahme in das bayerische Landesverzeichnis war für „Die Förderer“ e.V. ein wichtiger Schritt hin zur Bestätigung als immaterielles UNESCO-Kulturerbe Deutschlands. Dies wäre nicht nur für den Verein und seine Mitglieder, sondern auch für die Stadt Landshut eine bedeutende Anerkennung – und sowohl Ehre als auch Verpflichtung, den historischen Kern der Stadt Landshut als Veranstaltungsort für das „historische Dokumentarspiel“ der Landshuter Hochzeit zu bewahren. Präsentiert wurden im Rahmen des Ministerbesuchs auch ein weiterer Band aus der Reihe „Schriften zur Landshuter Hochzeit 1475“ sowie der nun vollständige Breitensteiner-Harnisch. Dr. Ernst Pöschl, Vorstandsvorsitzender „Die Förderer“ e.V., dazu: „Die heutige Veranstaltung verkörpert in ihrer Gesamtheit das, was die Landshuter Hochzeit ausmacht: Anspruch, Authentizität, Liebe fürs Detail und Engagement der Vereinsmitglieder.“

Landshuter Plattnerkunst
„Wissenschaftlich fundiert und so authentisch wie möglich“ lautet der eigene Anspruch an die Landshuter Hochzeit 1475. Getreu diesem Motto stellten „Die Förderer“ im Rahmen des Besuchs des Staatsministers einen weiteren Band aus der Reihe Schriften zur Landshuter Hochzeit 1475 vor: Landshuter Plattnerkunst. Basis des in dieser Zusammenstellung auch für Fachkreise neuen und interessanten Werkes ist der Ausstellungskatalog von Prof. Dr. Georg Spitzlberger, den dieser anlässlich der Ausstellung zur Landshuter Plattnerkunst im Jahre 1975 erstellt hatte. In die Neuauflage wurde nicht nur die im Nachgang erschienene Veröffentlichung „Unvergängliche Harnischkunst“ integriert, sie wurde zudem vom Sohn des damaligen Ausstellungskurators, Dr. Georg Spitzlberger jun., um den aktuellen Stand der heutigen Landshuter  Plattnerkunst ergänzt. Dr. Ernst Pöschl: „Wir haben sehr gerne die Verlegerschaft für dieses Werk übernommen. Zumal Rüstungen und Waffen des Spätmittelalters immer schon eines unserer Anliegen bei der Landshuter Hochzeit waren. Wir gehen davon aus, dass bei der original Landshuter Hochzeit 1475 viele Prunkharnische aus Landshuter Werkstätten in der Sonne geglänzt haben. Und sie tun das auch im 21. Jahrhundert.“ Nachdem in den Fünfziger oder Sechziger Jahren bei den Aufführungen der Landshuter Hochzeit die Ritter in geliehenen alten Rüstungen des Bayerischen Armeemuseums am Festzug teilgenommen hatten, waren es ab den Siebziger Jahren original nachgebaute Rüstungen, die von Plattnern im süddeutschen Raum hergestellt wurden, etwa von Walter Suckert, der in Fachkreisen als der beste Plattner des 20. Jahrhunderts galt. Zwischenzeitlich finden sich im Landshuter Raum engagierte und interessierte junge Leute, die sich intensiv mit der Plattnerkunst auseinandersetzen. Darunter ist auch Dr. Georg Spitzlberger jun. als einer der autodidaktischen „Förderer“-Plattner.

Dr. Ernst Pöschl dazu: „Dass sich eine Familie wie die Spitzlbergers nun schon in zwei Generationen mit der Plattnerkunst befasst, könnte man fast als eine Parallele der im 15. und 16. Jahrhundert in Landshuter ansässigen Plattnerfamilien bezeichnen. Daher sind wir stolz, dass wir der Fachwelt nun den Nachdruck dieses Katalogs mit den weiterführenden Kapiteln präsentieren können.“

Der Breitensteiner:
Von der Grabplatte zur Landshuter Hochzeit Passend zur Präsentation der „Landshuter Plattnerkunst“ erfolgte der Auftritt des kürzlich auch im letzten Detail von Plattner Heinz Schaupp fertiggestellten Breitensteiner-Harnischs. Dieser Ganzkörperharnisch wurde nach der in einer Grabplatte in der Landshuter Hl.-Geist-Kirche verewigten Rüstung von Ulrich von Breitenstein, dem Hofmarschall von Ludwig dem Reichen, angefertigt. In ähnlicher Weise wurde bereits der „Staudacher“ nach dem Grabepitaph in St. Jodok angefertigt. Erstmalig – wenn auch noch unvollendet – wurde der Breitensteiner bei der Landshuter Hochzeit im Jahr 2013 präsentiert. Dr. Ernst Pöschl: „Dieses großartige Stück der Ritterwelt aus dem Spätmittelalter wurde nahezu vollständig aus Spenden von Landshuter Bürgern finanziert. Das zeigt, wie hoch das Interesse an der Plattnerkunst heute noch ist, und vor allem, wie stark der Bürgersinn in unserem Verein ausgeprägt ist.“


Quelle: Die Förderer e.V.

Donnerstag, 30. März 2017

Herbert Pixner begeisterte seine Landshuter Fans







Sissi Pöschl rief und die Landshuter strömten in die zwei Konzerte des Tiroler Musikvirtuosen und seinen nicht minder überzeugenden Musikerkollegen. Das Besondere an den Klängen des Herbert Pixner Projekt ist, dass sie direkt ins Herz gehen. Grund ist sicherlich, dass Herbert ein brillianter Geschichtenerzähler ist. Meist holt er das an seinen Lippen hängende Publikum mit einem wunderschönen Bild ab und setzt diese Erzählung dann musikalisch fort. Und man geht mit ihm gerne mit.

Aus Überzeugung spielt er in Landshut für Ecuador Licht und Schatten, denn er war selbst schon als Begleiter von Ernst und Sissi Pöschl, in diesem von Armut und Not geplagtem Land. Und auch dort - so wird es erzählt - konnte er die Menschen mit seiner Musik zu Tränen rühren. Unter den Gästen war auch Pater Pio, den Pixner auf seiner Reise kennenlernte. Kurz: Es waren zwei fulminante Konzerte an diesem Wochenende für einen guten Zweck.

Wer nicht teilnehmen konnte, aber gerne eine Spende für Ecuador Licht und Schatten geben will,
hier das Spendenkonto:
IBAN: DE83 7435 0000 0000 0705 05 bei der Sparkasse Landshut, BIC: BYLADEM1LAH



Dienstag, 21. März 2017

Rechtzeitig fertig: Die neue Sänfte für die "Landshuter Hochzeit 1475"








Landshut, 20. März 2017 - Die Vorbereitungen für die diesjährige Landshuter Hochzeit laufen auf Hochtouren. Sichtbar wird dies durch die täglichen Fortschritte beim Aufbau des Zehrplatzes auf der „Ringelstecher-Wiese“. Drei Monate verbleiben noch bis zum Beginn der heiß ersehnten Aufführung am 30. Juni, und auch die neue Sänfte wurde schon vom Erbauer an den Verein „Die Förderer“ e.V. übergeben. Bei einem Test wurde das Zusammenspiel von Pferd, Geschirr und Sänfte bereits erprobt.

Der Bau solch einer spätmittelalterlichen Sänfte war zunächst etwas kompliziert, da es keinerlei Baupläne oder Verfahrensanweisungen gab. Letztendlich wurde auch dies gut gemeistert, und so konnte vergessenes Wissen und damit auch ein Stück Geschichte zum Leben erweckt werden. 

Ob Herzog Ludwig je eine Sänfte benutzt hatte, bleibt weiterhin ein Rätsel. Jedoch ist die Sänfte Teil des „Fuhrparks“ der Landshuter Hochzeit seit den Aufführungen nach dem 2. Weltkrieg. Die Veranstalter haben andere Vorstellungen von der heutigen Sänfte, denn die alte Sänfte war nicht  originalgetreu, sondern im so genannten „neu-gotischen“ Stil gebaut.

Ein sehr detailgetreues Gemälde des französischen Königs Karl V. aus dem 15. Jahrhundert diente als Vorlage für die neue Sänfte. Konstruiert wurde diese von Dr. Rudolf Wackernagel, dem kürzlich verstorbenen Experten für Wagenbau des Mittelalters.